
Taufe und Namensfeier: wie Sie Ihr Baby für die Zeremonie kleiden
Vom langen weißen Taufkleid bis zum schlichten Strampler in Elfenbein: wie Sie Ihr Baby zur Taufe oder Namensfeier kleiden, warm halten und ein Erbstück bewahren.
Kaum ein Kleidungsstück wird mit so viel Sorgfalt ausgewählt wie jenes, in dem ein Baby willkommen geheißen wird. Ob Taufe in der Pfarrkirche oder im Garten: Die Kleidung sagt leise, dass dieses Kind dazugehört und dass die Familie zusammengekommen ist, um genau das zu feiern. Die praktische Seite zählt ebenso viel, denn der Ehrengast kann Ihnen nicht sagen, wann ihm kalt ist, wann er müde wird oder einfach nach Hause möchte.
Warum Weiß, und warum so lang
Weiße Taufkleider haben in Europa eine lange Tradition; die Farbe steht für Reinheit und für die Taufe selbst. Familien, die eine weltliche Namensfeier planen, dürfen sich diesen Stil gern ausleihen, denn Weiß und Elfenbein wirken auf Fotos frisch und ruhig und stehen jedem Baby. Ob das Kind ein Junge oder ein Mädchen ist, spielt für die Farbe keine Rolle.
Die Länge des klassischen Taufkleids hat einen einfachen Grund. Lange Kleider zeigen Spitze und Stickerei, während das Baby gehalten wird: Die Details fallen über den Arm der Eltern oder Paten, wo alle sie sehen können. Für eine kurze Zeremonie ist ein schlichter oder ein Kleidchen in Elfenbein ebenso korrekt und für ein Baby, das sich schon dreht, sitzt oder krabbelt, oft die freundlichere Wahl.
Ein Taufkleid mit königlicher Geschichte
Das bekannteste Beispiel in Großbritannien ist das königliche Taufkleid. Es besteht aus und Seide und wurde 1841 für Victoria, Princess Royal, die älteste Tochter von Königin Victoria, angefertigt. Königliche Babys trugen es bis 2004.
2008 kam zum ersten Mal eine handgefertigte Nachbildung zum Einsatz, angefertigt von der Garderobiere der Königin, Angela Kelly, damit das empfindliche Original erhalten bleiben konnte. Darin liegt eine Lehre für jede Familie, die ein altes Taufkleid in der Schublade aufbewahrt. Manchmal ist das Liebevollste, was Sie für ein Erbstück tun können, es ruhen zu lassen.
Manchmal ist das Liebevollste, was Sie für ein Erbstück tun können, es ruhen zu lassen.
Erbstücke, Geliehenes und Neues
Viele Familien haben etwas weiterzugeben: ein Taufkleid, ein Häubchen, ein Tuch oder ein Paar gestrickte Babyschuhe. Holen Sie jedes geerbte Stück einige Wochen vor dem Termin hervor. Prüfen Sie es bei Tageslicht auf Flecken, Vergilbungen, offene Nähte und kleine Risse, und probieren Sie es früh an, denn Babys wachsen zwischen der ersten Planung und der Feier selbst schnell.
Alte Spitze und Seide gehören nicht in die normale Wäsche. Ist ein Stück empfindlich oder wertvoll, fragen Sie eine Fachreinigung oder eine Textilrestauratorin um Rat, bevor Sie selbst etwas unternehmen. Ist ein Kleid zu zart zum Tragen, kann es trotzdem dabei sein, etwa neben dem Baby auf einem Foto, während das Baby etwas Neues im selben Geist trägt.
Ein neues Kleidungsstück kann das Erbstück der nächsten Generation werden. Achten Sie auf weiche Nähte, sanfte Stoffe und Verschlüsse, die sich leicht öffnen lassen, denn zu einem solchen Festtag gehört meist mindestens ein Windelwechsel.
Warm, bequem und bereit für die Fotos
Kirchen und alte Gebäude können selbst im Sommer kühl sein, und ein feines Taufkleid wärmt kaum. Planen Sie eine Strickjacke oder ein Tuch ein, das sich ohne Umstände an- und ablegen lässt, und wählen Sie weiche Schuhe oder Socken statt steifer Modelle. Dasselbe gilt für eine Namensfeier in einem alten Saal oder in einem Garten an einem windigen Nachmittag.
- Eine Strickjacke oder ein Tuch in Weiß, Elfenbein oder einem sanften Naturton
- Weiche Schuhe oder Socken, die auch am Fuß bleiben
- Ein Mulltuch, das die Kleidung beim Füttern schützt
- Komplette Wechselkleidung, Windeln und Feuchttücher
- Eine leichte Decke für die Fahrt und die anschließende Feier
Sind Zeremonie und Fotos vorbei, ziehen Sie dem Baby bequeme Kleidung an. Das Taufkleid hat seine Aufgabe dann erfüllt, und in einem weichen Strampler oder Schlafanzug kann das Baby trinken, schlafen und entspannt von einem Verwandten zum nächsten gereicht werden.
Die übrige Familie
Das Baby steht im Mittelpunkt des Tages, alle anderen dürfen sich zurücknehmen. Ruhige, unifarbene Töne passen gut zu Weiß oder Elfenbein, große Muster konkurrieren auf Fotos dagegen leicht mit dem Baby. Paten, oder bei einer Namensfeier die Erwachsenen, die das Kind auf seinem Weg begleiten sollen, können sich an dieselbe sanfte Farbwelt halten.
Denken Sie daran, was das Baby berührt. Broschen, auffälliger Schmuck und Pailletten können sich in Spitze verfangen oder an zarter Haut reiben; heben Sie sie für einen anderen Anlass auf. Wer das Baby während der Zeremonie hält, ist für einen glatten Stoff und Ärmel dankbar, die nicht im Weg sind.
Ältere Geschwister verdienen Kleidung, in der sie sitzen, knien und spielen können. Ein schickes, aber bequemes Hemd, Kleid oder Strickteil genügt, und eine kleine Aufgabe, etwa eine Karte zu tragen oder ein paar Worte vorzulesen, macht den Tag auch zu ihrem.
Das Taufkleid für die nächste Generation bewahren
Ein gut gepflegtes Taufkleid kann vielen Babys dienen. Die wichtige Arbeit geschieht in den Wochen nach der Feier, nicht erst Jahre später, wenn jemand die Schachtel endlich öffnet.
- Waschen oder reinigen Sie das Kleid vor dem Einlagern, nach dem Pflegeetikett oder bei alter Spitze nach dem Rat einer Fachreinigung.
- Lassen Sie es vollständig trocknen, bevor Sie es verpacken.
- Schlagen Sie es in ein und legen Sie auch etwas Papier in die Falten.
- Bewahren Sie es flach oder locker gefaltet in einem Baumwollbeutel auf.
- Schützen Sie es vor Licht und Feuchtigkeit, und verzichten Sie auf Plastiktüten und Stecknadeln aus Metall.
- Legen Sie eine Karte mit den Namen und Daten aller Babys bei, die es getragen haben.
Diese Karte wird vielleicht zum kostbarsten Teil des Kleides. Mit den Jahren entsteht daraus eine kleine Familienchronik, aufbewahrt genau dort, wo sie hingehört.
Glossar
- Honiton-Spitze
- Feine Klöppelspitze, benannt nach der Stadt Honiton in Devon, England; aus ihr besteht das britische königliche Taufkleid.
- Namensfeier
- Nicht religiöse Feier, die ein Kind in Familie und Gemeinschaft willkommen heißt und den Namen feiert, den es bekommen hat.
- Strampler
- Einteiliges Kleidungsstück für Babys, das Oberteil und Hose verbindet, leicht anzuziehen und schnell zu wechseln.
- säurefreies Seidenpapier
- Seidenpapier ohne die Säuren, die Textilien mit der Zeit vergilben und schwächen; damit werden empfindliche Kleidungsstücke eingeschlagen.
Fragen und Antworten
Muss ein Baby zur Taufe oder Namensfeier Weiß tragen?
Nein. Weiße Taufkleider haben in Europa eine lange Tradition, die Farbe steht für Reinheit und Taufe, doch Elfenbein ist ebenso korrekt, und für eine Namensfeier gibt es keine feste Kleiderordnung. Am wichtigsten ist, dass das Baby es bequem und warm hat. Helle, sanfte Farben wirken auf Fotos ruhig und passen gut zur Kleidung der übrigen Familie.
Sollte ein sehr empfindliches Taufkleid aus Familienbesitz getragen werden?
Nicht unbedingt. Holen Sie es früh hervor, prüfen Sie es bei Tageslicht auf Risse und offene Nähte, und fragen Sie bei empfindlicher Spitze oder Seide eine Fachreinigung um Rat. Das britische Königshaus ist hier ein Vorbild: 2008 kam erstmals eine handgefertigte Nachbildung zum Einsatz, damit das empfindliche Original erhalten bleiben konnte. Ein altes Kleid kann trotzdem auf den Fotos erscheinen.
Wann sollte das Baby die Festkleidung wieder ausziehen?
Sobald Zeremonie und Fotos vorbei sind. Ein langes Taufkleid ist dafür gemacht, gesehen zu werden, während das Baby gehalten wird, nicht zum Trinken, Schlafen oder Krabbeln über den Teppich. Packen Sie einen weichen Strampler, eine Strickjacke und Wechselkleidung ein, und ziehen Sie das Baby um, bevor Essen oder Feier beginnen, damit es sich in Ruhe erholen kann.


