
Kaschmir und Wolle für Kinder richtig pflegen
Feiner Strick kann das Kind überdauern, das ihn zuerst trägt. Lüften, behutsam waschen, liegend trocknen und sorgfältig lagern: Mehr braucht es nicht.
Eine Strickjacke aus Kaschmir oder ein Pullover aus Merinowolle gehört zu den leisen Freuden einer Kindergarderobe: weich auf der Haut, warm, ohne aufzutragen, und bei richtiger Pflege gut für mehr als eine Kindheit. Feiner Strick ist nicht empfindlich, aber er hat seine Eigenheiten. Er möchte seltener gewaschen werden als die meisten Kleidungsstücke, behutsamer behandelt, wenn es doch so weit ist, und im Sommer mit etwas Überlegung aufbewahrt.
Die Faser verstehen
Kaschmir ist die feine Unterwolle der Kaschmirziegen, der Name geht auf Kaschmir zurück. Mit Wolle ist im Alltag das Vlies von Schafen gemeint, wobei Merinowolle für ihre feinen, weichen Fasern geschätzt wird. Beides sind tierische Fasern, und beide verhalten sich in der Wäsche ganz anders als Baumwolle.
Der wichtigste Unterschied ist das . Trifft Wolle oder Kaschmir auf einen plötzlichen Temperaturwechsel und wird dabei bewegt, verhaken sich die Fasern, und das Kleidungsstück wird dicht, steif und kleiner. Ist das einmal geschehen, lässt es sich kaum rückgängig machen. Fast jede Regel der Strickpflege dient dazu, genau das zu verhindern.
Manche Merinowolle wird als angeboten. Sie wurde so behandelt, dass sie maschinenwaschbar ist, was bei viel getragenen Pullovern für den Alltag praktisch ist. Das letzte Wort hat trotzdem das Pflegeetikett, bei Superwash ebenso wie bei unbehandeltem Strick.
Weniger waschen, mehr lüften
Wolle und Kaschmir müssen viel seltener gewaschen werden als Baumwolle. Nach einem Tag genügt oft Lüften: Legen Sie das Strickteil flach auf einen Wäscheständer, am besten in die Nähe eines offenen Fensters, und lassen Sie es über Nacht durchatmen. Leichte Alltagsgerüche verfliegen so meist ganz ohne Wasser.
Kinder gehen natürlich nicht zimperlich mit ihrer Kleidung um. Kleine Flecken behandeln Sie am besten sofort: mit etwas kühlem Wasser und einem weichen Tuch abtupfen, nie reiben, und die Stelle liegend trocknen lassen. Eine vollständige Wäsche ist für den Moment gedacht, in dem das ganze Stück sie braucht, nicht für die Zeit nach jedem Ausflug.
Von Hand oder im Wollprogramm waschen
Handwäsche ist die schonendste Wahl. Erlaubt das Pflegeetikett es, ist das Wollprogramm der Waschmaschine eine gute Alternative, das Kleidungsstück dabei auf links gedreht. In beiden Fällen gilt: Wollwaschmittel verwenden und kühles bis lauwarmes Wasser, etwa 30 Grad Celsius.
- Füllen Sie ein sauberes Becken mit lauwarmem Wasser von etwa 30 Grad und lösen Sie darin ein wenig Wollwaschmittel auf.
- Drehen Sie das Strickteil auf links, legen Sie es ins Wasser und drücken Sie es sanft, bis es ganz durchtränkt ist.
- Lassen Sie es einige Minuten liegen und drücken Sie das Wasser dann behutsam durch die Fasern, ohne zu reiben oder zu verdrehen.
- Spülen Sie in frischem Wasser derselben Temperatur, damit die Fasern keinen plötzlichen Wechsel erleben.
- Drücken Sie das Wasser mit flachen Händen am Beckenrand aus. Wringen Sie das Kleidungsstück nie aus.
In Form trocknen
Nasse Wolle ist schwer und verzieht sich leicht, deshalb ist das Trocknen ebenso wichtig wie das Waschen. Nie auswringen oder reiben. Legen Sie das Strickteil stattdessen auf ein dickes Handtuch, rollen Sie beides zusammen auf und drücken Sie sanft, damit das Handtuch das Wasser aufnimmt.
Danach rollen Sie das Handtuch wieder aus und legen den Strick flach auf ein trockenes Handtuch oder einen Wäscheständer. Bringen Sie ihn dabei in Form: Ärmel gerade, Bündchen und Saum ausgerichtet, Schultern im rechten Winkel. Halten Sie ihn von direkter Wärme fern, also von Heizkörpern, Handtuchwärmern und praller Sonne. Geduld gehört zur Methode, ein dicker Pullover braucht unter Umständen einen Tag oder länger, bis er ganz trocken ist.
Pilling und kleine Reparaturen
Kleine Faserknötchen, das sogenannte , sind bei weichem Strick normal, vor allem dort, wo er reibt: unter den Armen, an den Bündchen, an den Ellbogen und überall, wo ein Taschenriemen aufliegt. Sie bedeuten nicht, dass das Kleidungsstück abgetragen ist.
Entfernen Sie die Knötchen mit einem oder einem Fusselrasierer. Legen Sie das Strickteil flach auf einen Tisch, halten Sie den Stoff mit einer Hand straff und arbeiten Sie mit leichten, kurzen Zügen. Hören Sie auf, sobald die Oberfläche glatt ist, denn kräftiger Druck nimmt mehr Faser weg als nötig.
Ein kleines Loch, oft in der Nähe eines Bündchens, wird am besten früh gestopft, bevor es größer wird. Mit passendem Garn gestopft, bleibt die Lieblingsstrickjacke im Einsatz, und eine saubere Reparatur ist kein Grund, ein Stück jüngeren Geschwistern vorzuenthalten.
Strick lagern und vor Motten schützen
Bewahren Sie Strick immer gefaltet auf, nie auf Bügeln. Ein Bügel zieht die Schultern aus der Form, und das Eigengewicht dehnt das Kleidungsstück mit der Zeit in die Länge.
Die Larven der Kleidermotte ernähren sich vom in Wolle und Kaschmir, und sie bevorzugen Kleidung, die schmutzig ist und ungestört liegt. Die Abwehr ist einfach: Strick nur sauber einlagern, nie nach dem Motto „einmal geht noch“. Verstauen Sie ihn in atmungsaktiven Baumwollbeuteln oder dicht schließenden Boxen und sehen Sie regelmäßig nach, besonders in Schubladen und Schränken, die selten geöffnet werden.
Feiner Strick ist nicht empfindlich, aber er hat seine Eigenheiten.
Zedernholz und Lavendel können Motten fernhalten und hinterlassen einen angenehmen Duft in der Schublade, aber sie töten keine Eier. Sehen Sie darin eine Ergänzung zu guten Gewohnheiten, keinen Ersatz dafür.
So gepflegt, behält guter Strick aus Kaschmir oder Wolle seine Weichheit und seine Form weit über die Saison hinaus, für die er gekauft wurde. Wenn es so weit ist, liegt er für jüngere Geschwister, Cousinen oder Cousins bereit: gefaltet, sauber und noch immer weich.
Glossar
- Verfilzen
- Das Verdichten und Schrumpfen von Wolle oder Kaschmir, wenn ein plötzlicher Temperaturwechsel mit Bewegung zusammenkommt.
- Pilling
- Kleine Faserknötchen auf der Oberfläche von weichem Strick, meist dort, wo der Stoff reibt.
- Superwash
- Merinowolle, die so behandelt wurde, dass sie maschinenwaschbar ist. Wie gewaschen wird, entscheidet trotzdem das Pflegeetikett.
- Kaschmirkamm
- Ein feinzinkiger Kamm, mit dem sich Pilling behutsam von der Oberfläche weichen Stricks lösen lässt.
- Keratin
- Das Protein in Woll- und Kaschmirfasern, von dem sich die Larven der Kleidermotte ernähren.
Fragen und Antworten
Darf Kaschmir für Kinder in die Waschmaschine?
Nur wenn das Pflegeetikett es erlaubt. Dann wählen Sie das Wollprogramm, nehmen ein Wollwaschmittel und bleiben bei etwa 30 Grad. Auf links gedreht ist die Oberfläche besser geschützt. Verlangt das Etikett Handwäsche, halten Sie sich daran, denn plötzliche Temperaturwechsel in Verbindung mit Bewegung sind genau das, was Wolle und Kaschmir verfilzen und schrumpfen lässt.
Wie oft muss ein Wollpullover für Kinder gewaschen werden?
Deutlich seltener als Baumwolle. Nach dem Tragen genügt oft Lüften, kleine Flecken lassen sich mit etwas kühlem Wasser abtupfen. Waschen Sie das ganze Stück, wenn es sichtbar verschmutzt ist oder nach dem Lüften nicht mehr frisch wirkt, und immer, bevor es eingelagert wird, denn die Larven der Kleidermotte bevorzugen Strick, der schmutzig ist und ungestört liegt.
Wie entferne ich Pilling von einem Kaschmirpullover?
Pilling, also die winzigen Faserknötchen auf der Oberfläche, ist bei weichem Strick normal, vor allem an Stellen, die reiben. Legen Sie den Pullover flach hin, halten Sie den Stoff straff und entfernen Sie die Knötchen mit einem Kaschmirkamm oder einem Fusselrasierer in leichten, kurzen Zügen. Hören Sie auf, sobald die Oberfläche glatt ist, denn starker Druck nimmt unnötig Faser weg.


