
Woran Sie Qualität in der Kindermode erkennen
Qualität zeigt sich bei Kinderkleidung selten von außen. Sie steckt in Nähten, Knöpfen und Säumen und in kleinen Entscheidungen, die man erst aus der Nähe sieht.
Gut gemachte Kinderkleidung hat eine Qualität, die man leicht spürt und nur schwer benennt. Sie fällt gerade, lässt sich gut waschen, übersteht den Spielplatz und sieht auch an jüngeren Geschwistern noch gut aus. Wegwerfmode kann auf dem Bügel ganz ähnlich wirken, deshalb lohnt es sich zu wissen, wohin man schauen muss. Die Zeichen sind meist klein, doch wer sie einmal kennt, bemerkt sie überall.
Zuerst das Etikett
Bevor Sie Schnitt oder Farbe beurteilen, lesen Sie das Etikett. In der Europäischen Union schreibt die Verordnung (EU) Nr. 1007/2011 vor, dass Textilerzeugnisse mit ihrer gekennzeichnet werden. So sehen Sie genau, woraus ein Kleidungsstück besteht. Das ist der verlässlichste Ausgangspunkt, und beim Einkauf online lohnt es sich, diese Angabe in den Produktdetails zu suchen, bevor Sie auf irgendetwas anderes achten.
Dann kommen die Hände ins Spiel. Ein guter Stoff fühlt sich für seine Art solide an: ein Baumwolljersey, der zurückspringt, wenn man ihn sanft dehnt, eine Popeline mit glatter, gleichmäßiger Oberfläche, ein Strick ohne dünne Stellen. Halten Sie den Stoff gegen das Licht, dann zeigt sich ein ungleichmäßiges Gewebe oder Gestrick meist von selbst.
Nähte, Säume und Verarbeitung
Drehen Sie das Kleidungsstück auf links. Innen zeigt sich, wo gespart wurde, und innen lässt sich Qualität am leichtesten ablesen. Achten Sie auf gerade, gleichmäßige Stiche, keine losen Fäden und Nähte, die flach liegen, ohne sich zu kräuseln.
Sehen Sie sich auch Kragen und Manschetten an. Die Spitzen sollten symmetrisch sein, die Kanten sauber und die Steppnaht rundherum im gleichen Abstand zur Kante verlaufen. Besätze und Futter sollten innen flach liegen und sich nicht verziehen, wenn Sie das Stück hochhalten.
Bei feinen Stoffen ist die ein gutes Zeichen. Sie schließt die offenen Schnittkanten im Inneren der Naht ein, sodass nichts ausfranst oder kratzt. Französische Nähte sind sauber, haltbar und angenehm zu tragen, was bei einer Bluse oder einem Festkleid, das direkt auf der Haut liegt, besonders zählt.
Bei Streifen und Karos sehen Sie sich Seitennähte, Taschen und die vordere Verschlusskante an. Bei einem gut gemachten Kleidungsstück treffen die Muster an den Nähten genau aufeinander. Das kostet mehr Stoff und mehr Zeit und ist deshalb ein stiller Hinweis darauf, dass beim Zuschnitt Sorgfalt im Spiel war.
Innen zeigt sich, wo gespart wurde, und innen lässt sich Qualität am leichtesten ablesen.
Knöpfe, Druckknöpfe und Verschlüsse
Knöpfe verraten viel. Ein Knopf, der mit einem angenäht ist, also mit einem kleinen Hals aus Garn zwischen Knopf und Stoff, sitzt besser und hält länger, weil er Platz für die Stofflage rund um das Knopfloch lässt. An einem Mantel oder einer dicken Strickjacke ist der Unterschied leicht zu sehen.
Perlmuttknöpfe gelten traditionell als Zeichen von Qualität, mit einem weichen, natürlichen Schimmer, der von Knopf zu Knopf leicht variiert. Druckknöpfe sollten fest sitzen und nicht wackeln, wenn Sie sanft daran ziehen. Für Babys achten Sie auf nickelfreie Verschlüsse. Ziehen Sie auch an jedem Knopf einmal leicht: Alles, was an der Kleidung eines kleinen Kindes locker sitzt, sollte vor dem Tragen befestigt werden.
Handarbeit und ihre kleinen Unregelmäßigkeiten
und Stickerei entstehen von Hand oder mit der Maschine, und der Unterschied ist sichtbar, wenn man weiß, worauf man achten muss. Handgesmokte Partien und Handstickerei zeigen leichte Unregelmäßigkeiten: hier ein etwas längerer Stich, dort eine etwas weichere Falte. Maschinenarbeit wirkt vollkommen gleichmäßig.
Beides ist nicht falsch, aber es ist nicht dasselbe, und die Beschreibung eines Kleidungsstücks sollte zu dem passen, was Sie sehen. Bei besonderen Stücken wie Taufkleidern oder Festkleidern gehören diese kleinen Unregelmäßigkeiten zum Charme und zum Wert.
Raum zum Wachsen
Kinder wachsen schnell, und ein gut gemachtes Kleidungsstück berücksichtigt das. Großzügige Säume und Nahtzugaben erlauben es, Hosen und Kleider auszulassen, wenn das Kind wächst. Schlagen Sie den Saum um und sehen Sie nach: Ein tiefer Stoffeinschlag ist eine Einladung zu einer zweiten Saison.
Achten Sie auch auf den Schnitt. Latzhosen mit verstellbaren Trägern, Bünde, die sich enger stellen lassen, und Ärmel, die lang genug zum Umschlagen sind, verlängern das Leben eines Stücks, ohne dass es geliehen aussieht.
Prüfen Sie außerdem Schultern und Armlöcher. Ein Kleidungsstück mit genug Weite im Rücken lässt ein Kind greifen, klettern und bequem sitzen, und dafür ist Kinderkleidung schließlich da.
Sicherheit gehört zur Qualität
Ein schönes Kleidungsstück ist nur dann gut gemacht, wenn es auch sicher ist. Die europäische Norm EN 14682 beschränkt Kordeln und Zugbänder an Kinderkleidung. So dürfen Kleidungsstücke für Kinder bis sieben Jahre keine Zugbänder im Kapuzen- und Halsbereich haben. Sehen Sie sich Kapuzen, Ausschnitte und Bünde genau an, und seien Sie bei dekorativen Kordeln vorsichtig, die irgendwo hängen bleiben könnten.
Beim Einkauf online vergrößern Sie die Fotos von Innenseite, Nähten und Verschlüssen und suchen in den Produktdetails nach der Faserzusammensetzung. Sagt eine Beschreibung sehr wenig und zeigen die Bilder nur die Vorderseite, ist auch dieses Schweigen eine Information.
Glossar
- Französische Naht
- Eine Naht, die die offenen Schnittkanten des Stoffs in sich einschließt. Sie ist sauber, haltbar und angenehm bei feinen Stoffen.
- Fadenstiel
- Ein kleiner Hals aus Garn zwischen Knopf und Stoff, durch den der Knopf besser sitzt und länger hält.
- Nahtzugabe
- Der Stoff zwischen Naht und Schnittkante. Eine großzügige Zugabe lässt ein Kleidungsstück mit dem Kind mitwachsen.
- Smokarbeit
- Eine Sticktechnik, die Stoff in enge, gleichmäßige Falten legt und sie mit Zierstichen fixiert.
- Faserzusammensetzung
- Die Fasern, aus denen ein Textilerzeugnis besteht. In der Europäischen Union muss sie auf dem Etikett stehen.
Fragen und Antworten
Ist teure Kinderkleidung immer besser gemacht?
Nicht unbedingt. Der Preis kann ebenso viel über einen Namen aussagen wie über die Verarbeitung. Verlässlich sind die sichtbaren Zeichen: die Faserzusammensetzung auf dem Etikett, gerade und gleichmäßige Nähte, französische Nähte bei feinen Stoffen, Streifen und Karos, die aufeinandertreffen, Knöpfe mit Fadenstiel und großzügige Säume. Wer das Kleidungsstück beurteilt statt des Preises, vergleicht deutlich leichter.
Wie beurteile ich Qualität beim Einkauf online?
Beginnen Sie mit der Faserzusammensetzung, die Textilerzeugnisse in der Europäischen Union auf dem Etikett tragen müssen, und suchen Sie sie in den Produktdetails. Vergrößern Sie die Fotos von Nähten, Säumen und Verschlüssen und prüfen Sie, ob Muster an den Nähten aufeinandertreffen. Eine Beschreibung, die Details wie Handsmok oder nickelfreie Druckknöpfe erwähnt, ist ein gutes Zeichen.
Worauf sollte ich bei der Sicherheit achten?
Sehen Sie sich Kapuzen, Ausschnitte und Bünde genau an. Die europäische Norm EN 14682 beschränkt Kordeln und Zugbänder an Kinderkleidung, und Kleidungsstücke für Kinder bis sieben Jahre dürfen keine Zugbänder im Kapuzen- und Halsbereich haben. Prüfen Sie, ob Druckknöpfe fest sitzen und Knöpfe nicht wackeln. Für Babys wählen Sie nickelfreie Verschlüsse.


