
Langstreckenflüge mit Babys und kleinen Kindern
Sitzplatz und Babybett, Ohren bei Start und Landung, Schlaf, Essen, Beschäftigung und Jetlag: So bereiten Sie einen langen Flug mit Baby oder Kleinkind in Ruhe vor.
Ein Langstreckenflug mit Baby oder Kleinkind verliert viel von seinem Schrecken, wenn Sie ihn als Abfolge kleiner Etappen betrachten: Buchung, Einsteigen, Start, die langen Stunden dazwischen, Landung und die ersten Tage am Ziel. Jede Etappe bringt einige eigene Entscheidungen mit sich, und die meisten lassen sich in Ruhe zu Hause treffen, Wochen vor der Abreise. Was folgt, ist ein praktischer Leitfaden mit einem Hinweis, der überall gilt: Die Regeln unterscheiden sich je nach Fluggesellschaft und Flughafen. Prüfen Sie die aktuellen Einzelheiten also immer direkt bei Ihrer Fluggesellschaft und Ihrem Flughafen.
Sitzplatz, Babybett und Kleinkindticket
Kinder unter zwei Jahren reisen meist mit einem auf dem Schoß eines Elternteils. Auf Langstreckenflügen bieten viele Fluggesellschaften Babybetten an, kleine Kinderbettchen, die an der befestigt werden, also an der Wand vorn in einem Kabinenabschnitt. Ein gibt dem Baby einen flachen Schlafplatz und Ihnen die Arme zurück. Selbstverständlich ist es aber nicht: Es muss im Voraus angefragt werden.
Die Gewichts- und Größengrenzen der Babybetten unterscheiden sich je nach Fluggesellschaft und liegen häufig bei etwa 10 bis 11 Kilogramm. Ein großes Baby oder ein bewegungsfreudiges Kleinkind passt also unter Umständen nicht mehr hinein. Buchen Sie Ihrem Kind einen eigenen Sitzplatz, kann oft ein zugelassener Autokindersitz an Bord verwendet werden, der einem kleinen Kind einen vertrauten Platz zum Sitzen und Schlafen bietet. Fragen Sie Ihre Fluggesellschaft vor der Reise, welche Kindersitze zugelassen sind.
Die Ohren bei Start und Landung
Die Druckveränderungen in der Kabine bei Start und Landung können für kleine Ohren unangenehm sein. Trinken oder Saugen, ob an der Brust, an der Flasche oder am Schnuller, kann Babys beim in den Ohren helfen. Ältere Kinder können trinken oder kauen.
Das richtige Timing hilft. Halten Sie für den Start und für den Sinkflug vor der Landung die Brust, ein Fläschchen oder ein Getränk bereit, statt erst im letzten Moment danach zu suchen. Hat Ihr Kind vor der Reise eine Erkältung oder Beschwerden mit den Ohren, fragen Sie vor dem Flug Ihre Kinderärztin, Ihren Kinderarzt oder Ihre Ärztin um Rat.
Schlafen an Bord
Nachtflüge können Kindern helfen, an Bord zu schlafen, und sind deshalb eine Überlegung wert. Doch die Abflugzeit zählt weniger als das, was um sie herum geschieht. Ein vertrautes Abendritual hilft mehr als die Uhrzeit des Fluges. Schlafanzug, Buch und Kuscheltier sagen einem Kind, dass auch jetzt Nacht ist, selbst auf einem ungewohnten Sitz.
Ein vertrautes Abendritual hilft mehr als die Uhrzeit des Fluges.
Ziehen Sie Ihrem Kind nach dem Essen an Bord den Schlafanzug an, dämpfen Sie das Licht, so gut es geht, lesen Sie das gewohnte Buch vor und reichen Sie das Kuscheltier. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn der Schlaf spät oder nur in kurzen Abschnitten kommt. Auf einem langen Flug zählt jede Form von Ruhe.
Wärme, Essen und Wasser
In der Kabine ist es oft kühl, und die Luft ist trocken. Kleiden Sie Kinder in Lagen, die sich ohne kompletten Kleiderwechsel an- und ausziehen lassen: Body oder Unterhemd, ein weiches Oberteil, eine Strickjacke und Socken. Bieten Sie regelmäßig Wasser an, auch Kindern, die nicht danach fragen. Wechselkleidung für Ihr Kind und ein frisches Oberteil für Sie gehören in die Tasche unter dem Vordersitz statt ins Gepäckfach, damit sich ein Missgeschick in wenigen Minuten beheben lässt.
Packen Sie mehr Essen ein, als Sie zu brauchen glauben, in kleinen Portionen: vertraute Snacks für Kleinkinder und für Babys die Milch und Nahrung, die sie unterwegs brauchen. Flüssigkeiten im Handgepäck sind an vielen Flughäfen begrenzt, Babymilch und Babynahrung für die Reise sind aber meist auch in größeren Mengen erlaubt. Prüfen Sie vor der Abreise die aktuellen Regeln Ihres Abflughafens.
Beschäftigung, eine Überraschung nach der anderen
Die langen mittleren Stunden eines Fluges vergehen leichter mit etwas Neuem. Kleine neue Spielsachen oder Beschäftigungen, als Überraschung verpackt und einzeln überreicht, lassen lange Flüge schneller vergehen. Das Auspacken ist schon die halbe Freude, und die verteilten Päckchen geben den Stunden eine sanfte Struktur.
- Stickerhefte mit wiederablösbaren Stickern
- Ein kleines Notizbuch und ein paar Wachsmalstifte
- Fühlbücher oder Klappenbücher für Babys
- Einfache Kartenspiele für ältere Kinder
- Ein Lieblingshörspiel mit Kopfhörern für Kinder
Wählen Sie leise Dinge ohne viele Kleinteile, denn was herunterfällt, verschwindet gern unter den Sitzen. Halten Sie ein oder zwei Überraschungen für den Sinkflug oder eine unerwartete Verspätung zurück.
Gut ankommen: Jetlag
Auch Kinder spüren den , und jedes Kind reagiert anders. Eine gängige Faustregel besagt, dass sich die innere Uhr um etwa eine Stunde pro Tag umstellt. Tageslicht am Zielort hilft dabei, sie neu einzustellen. Verbringen Sie in den ersten Tagen also Zeit im Freien und verlegen Sie Mahlzeiten und Schlafenszeit so weit wie möglich auf die Ortszeit.
Planen Sie die ersten Tage behutsam, ohne feste Termine, und rechnen Sie mit ein paar frühen Morgenstunden oder unruhigen Nächten. Sie gehen vorüber. Das Abendritual von zu Hause, mit demselben Buch und demselben Kuscheltier zur Ortszeit, hilft dem neuen Rhythmus, sich einzuspielen.
Glossar
- Babybett
- Ein kleines Kinderbett, das an der Trennwand vorn in einem Kabinenabschnitt befestigt wird und auf vielen Langstreckenflügen auf Anfrage erhältlich ist.
- Trennwand
- Die Wand zwischen zwei Abschnitten der Flugzeugkabine, an der die Babybetten befestigt werden.
- Kleinkindticket
- Ein Ticket für ein Kind unter zwei Jahren, das auf dem Schoß eines Elternteils statt auf einem eigenen Sitz reist.
- Druckausgleich
- Der Ausgleich zwischen dem Druck im Ohr und dem Kabinendruck, bei Babys durch Trinken oder Saugen unterstützt.
- Jetlag
- Müdigkeit und gestörter Schlaf nach einer Reise über Zeitzonen hinweg, während sich die innere Uhr umstellt.
Fragen und Antworten
Wann sollte ich das Babybett anfragen?
Fragen Sie es im Voraus an, am besten schon bei der Buchung, denn Babybetten werden nicht automatisch zugeteilt. Erkundigen Sie sich zugleich nach den Gewichts- und Größengrenzen: Sie unterscheiden sich je nach Fluggesellschaft und liegen häufig bei etwa 10 bis 11 Kilogramm, ein älteres Baby passt also womöglich nicht mehr hinein. Bestätigen Sie die Anfrage einige Tage vor dem Flug und noch einmal beim Check-in.
Braucht mein Baby einen eigenen Sitzplatz?
Kinder unter zwei Jahren reisen meist mit einem Kleinkindticket auf dem Schoß eines Elternteils, ein eigener Sitz ist also nicht erforderlich. Auf langen Flügen können Sie trotzdem einen buchen. Mit eigenem Sitzplatz kann oft ein zugelassener Autokindersitz verwendet werden, der einem kleinen Kind einen vertrauten Platz zum Sitzen und Schlafen bietet. Fragen Sie Ihre Fluggesellschaft vor der Reise, welche Kindersitze zugelassen sind.
Wie gewöhnt sich unser Kind an eine neue Zeitzone?
Eine gängige Faustregel besagt, dass sich die innere Uhr um etwa eine Stunde pro Tag umstellt. Planen Sie bei einer großen Zeitverschiebung also mehrere Tage ein. Tageslicht am Zielort hilft, die innere Uhr neu einzustellen: Verbringen Sie Zeit im Freien und verlegen Sie Mahlzeiten und Schlafenszeit so bald wie möglich auf die Ortszeit. Halten Sie die ersten Tage ruhig und rechnen Sie mit einigen unruhigen Nächten.


