
Spielzeug als Erbstück: aus Holz und Wolle, gemacht für Generationen
Von Fröbels Holzbausteinen bis zu den ersten Gelenkbären: warum schlichtes, gut gemachtes Spielzeug Moden überdauert und wie Sie es auswählen, pflegen und sicher weitergeben.
Manches Spielzeug begleitet ein Kind eine Saison lang. Anderes bleibt über Jahrzehnte in der Familie, wandert von Kinderzimmer zu Kinderzimmer und sammelt dabei jedes Mal ein paar Spuren mehr. Was die zweite Sorte meist verbindet, ist Schlichtheit: eine klare Form, ehrliche Materialien und Raum für die eigenen Ideen des Kindes. Dieser Beitrag handelt von solchem Spielzeug, von seiner Herkunft und davon, wie Sie es gut auswählen.
Eine kurze Geschichte des Holzbausteins
Bauklötze wirken, als hätte es sie schon immer gegeben. Ihren Platz in der frühen Kindheit verdanken sie jedoch zu einem guten Teil einem deutschen Pädagogen. Friedrich Fröbel eröffnete 1837 in Bad Blankenburg seine erste Einrichtung für kleine Kinder und gab ihr 1840 den Namen : ein Garten für Kinder.
Fröbel entwickelte eine Reihe von Spielmaterialien, die er Gaben nannte. Zu diesen gehörten Bausteine aus Holz, schlicht in der Form und offen für unzählige Anordnungen. Der Gedanke, dass ein Kind lernt, indem es einfache Formen in die Hand nimmt und mit ihnen baut, hat viele spätere Moden im Kinderzimmer überdauert. Ein Satz guter Bauklötze gehört bis heute zum Nützlichsten, was ein Kind besitzen kann.
Wie der Teddybär zu seinem Namen kam
Die Herkunft des Teddybären ist überraschender. Er trägt den Namen von Theodore Roosevelt, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten; den Anlass gab eine Zeitungskarikatur aus dem Jahr 1902 über eine Bärenjagd. Der Spitzname des Präsidenten, Teddy, wurde so zum Namen eines Spielzeugs.
In denselben Jahren entwickelte Richard Steiff bei der deutschen Firma Steiff einen Spielzeugbären mit Gelenken, der 1903 vorgestellt wurde. Dank beweglicher Arme und Beine konnte der Bär sitzen, winken und in Pose gesetzt werden. Ein Bär, der neben einem Kind am Tisch sitzt oder vom Fußende des Bettes aus Wache hält, wird leicht zu einem Mitglied der Familie.
Offenes Spielzeug, das mit dem Kind wächst
Am längsten bleiben oft die Spielsachen, die von sich aus am wenigsten können. wie Bauklötze, schlichte Figuren und Spieltücher aus Seide lässt sich auf viele Arten und in vielen Altersstufen nutzen. Ein Kleinkind stapelt Klötze und wirft sie wieder um, ein Kind mit fünf Jahren baut einem Holzpferd einen Stall, ein älteres Kind legt eine ganze Stadt über den Fußboden.
Ein Seidentuch ist an einem einzigen Nachmittag Umhang, Fluss, Zeltdach und Puppendecke. Weil das Spielzeug etwas andeutet, statt etwas vorzugeben, erfindet das Kind die Geschichte selbst, und derselbe Gegenstand bleibt reizvoll, während die Geschichten reicher werden. Bei der Auswahl lohnt es sich, auf diese Eigenschaften zu achten.
- Schlichte Formen, die mehr als eine Verwendung nahelegen
- Massives Holz, Wolle, Baumwolle oder Leinen, also Materialien, die sich reinigen und ausbessern lassen
- Größe und Gewicht passend zum Kind von heute, mit Raum, um in das Spielzeug hineinzuwachsen
- Oberflächen, die sich erneuern lassen, etwa mit Farben auf Wasserbasis oder natürlichen Ölen
Weniger Spielzeug, mit Bedacht im Wechsel
Wer auf Erbstücke setzt, braucht nicht viele schöne Dinge. Hilfreich ist die : Ein Teil der Spielsachen wird weggeräumt und Wochen später wieder hervorgeholt. So bleibt das Spiel mit weniger Spielzeug lebendig. Ein Satz Bauklötze, der eine Weile verschwunden war, wird oft begrüßt wie etwas Neues, und in einem ruhigeren Zimmer findet ein Kind leichter ins vertiefte Spiel.
- Teilen Sie die Spielsachen in drei oder vier Gruppen, jede mit einer Mischung aus Bauspielzeug, Figuren und Stofftieren.
- Lassen Sie eine Gruppe im Zimmer und verstauen Sie die übrigen in geschlossenen Kisten, außer Sichtweite.
- Tauschen Sie alle paar Wochen eine Gruppe gegen eine andere aus; aktuelle Lieblingsstücke bleiben im Spiel.
- Nutzen Sie jeden Wechsel, um die Spielsachen auf Abnutzung zu prüfen, und legen Sie alles beiseite, was repariert werden muss.
Am längsten bleiben oft die Spielsachen, die von sich aus am wenigsten können.
Pflege, Reparatur und Weitergabe
Holz altert schön, wenn man es pflegt. Holzspielzeug, das mit Farben auf Wasserbasis oder natürlichen Ölen behandelt ist, lässt sich auffrischen und reparieren: ein leichter Schliff, ein frischer Auftrag Öl, eine neu geleimte Verbindung. Stofftiere aus Wolle und Baumwolle lassen sich mit ein paar sorgfältigen Stichen flicken, und eine gestopfte Pfote an einem viel geliebten Bären ist kein Makel, sondern ein Teil seiner Geschichte.
Spielzeug aus einer älteren Generation verdient einen genaueren Blick, bevor es in Kinderhände kommt. Prüfen Sie es auf lose Teile, Splitter und alte Farbe. Farbe auf sehr altem Spielzeug entspricht womöglich nicht den heute geltenden Normen. Wenn Sie unsicher sind, bekommt ein solches Stück besser einen Platz im Regal, wo man es bewundern kann, als in den Händen eines Babys oder Kleinkinds.
Sicherheit bei neuem und altem Spielzeug
In der Europäischen Union muss Spielzeug die tragen. Spielzeug mit Kleinteilen muss einen Warnhinweis tragen, dass es für Kinder unter drei Jahren nicht geeignet ist. Nehmen Sie diese Hinweise ernst, auch beim Spielzeug älterer Geschwister, denn kleine Teile wandern leicht von einem Zimmer ins andere.
Sehen Sie sich Nähte, Augen und Nasen an Stofftieren genau an, ebenso Verbindungen und Räder an Holzspielzeug und alle Schnüre und Bänder. Was für ein sechsjähriges Kind geeignet ist, passt nicht unbedingt zu einem Baby, das alles mit dem Mund erkundet. Im Zweifel heben Sie es für später auf: Gutes Spielzeug kann warten.
Glossar
- Kindergarten
- Der Name, den Friedrich Fröbel 1840 seiner Einrichtung für kleine Kinder gab, die er 1837 in Bad Blankenburg eröffnet hatte.
- Spielgaben
- Eine Reihe von Spielmaterialien, die Friedrich Fröbel für kleine Kinder entwickelte, darunter Bausteine aus Holz.
- Offenes Spielzeug
- Spielzeug wie Bauklötze, schlichte Figuren und Spieltücher aus Seide, das sich auf viele Arten und in vielen Altersstufen nutzen lässt.
- Spielzeugrotation
- Ein Teil der Spielsachen wird weggeräumt und Wochen später wieder hervorgeholt, damit das Spiel mit weniger Spielzeug lebendig bleibt.
- CE-Kennzeichnung
- Die Kennzeichnung, die Spielzeug in der Europäischen Union tragen muss.
Fragen und Antworten
Ist altes Familienspielzeug für ein Baby sicher?
Nicht automatisch. Spielzeug, das weitergegeben wird, sollte auf lose Teile, Splitter und alte Farbe geprüft werden, bevor ein kleines Kind damit spielt. Farbe auf sehr altem Spielzeug entspricht womöglich nicht den heute geltenden Normen, und Kleinteile sind ein Risiko für Kinder unter drei Jahren. Fällt ein Stück bei einer dieser Prüfungen durch oder sind Sie unsicher, bewahren Sie es als Andenken im Regal auf, bis das Kind älter ist.
Wie viel Spielzeug braucht ein Kind wirklich?
Eine feste Zahl gibt es nicht, und bei Spielzeug für Generationen geht es weniger um die Menge als um die richtige Wahl. Ein kleiner Bestand an offenem Spielzeug wie Bauklötzen, schlichten Figuren und Spieltüchern aus Seide lässt sich auf viele Arten und in vielen Altersstufen nutzen. Wenn Sie einen Teil wegräumen und Wochen später wieder hervorholen, bleibt das Spiel mit weniger Spielzeug im Zimmer lebendig.
Lässt sich bemaltes Holzspielzeug wieder herrichten?
Oft ja. Holzspielzeug, das mit Farben auf Wasserbasis oder natürlichen Ölen behandelt ist, lässt sich auffrischen und reparieren. Ein leichter Schliff und ein neuer Auftrag einer ähnlichen Oberfläche erneuern eine abgenutzte Stelle, eine lose Verbindung lässt sich leimen. Wählen Sie ein Mittel, das für Kinderspielzeug gedacht ist, und lassen Sie es vollständig trocknen, bevor das Spielzeug wieder ins Spiel kommt.


