
Ein Zimmer für Geschwister: zwei Kinder, ein fröhlicher Raum
Wie zwei Geschwister ein helles, fröhliches Zimmer teilen: Betten und sicheres Etagenbett, eine eigene Ecke für jedes Kind, Licht für zwei Schlafenszeiten, Stauraum und kleine Rituale.
Einige der glücklichsten Stunden der Kindheit spielen sich in einem gemeinsamen Kinderzimmer ab: das Flüstern, nachdem das Licht aus ist, die Geschichten, die von einem Bett zum anderen wandern, das Lachen, das eine Weile braucht, bis es sich legt. Ein Zimmer für zwei Geschwister ist weniger ein Kompromiss, den man verwalten muss, als eine kleine Welt, die sich mit Sorgfalt gestalten lässt. Mit einer klaren Aufteilung, einer eigenen Ecke für jedes Kind und Licht, das zu beiden Schlafenszeiten passt, wird das Teilen zu etwas, worauf sich Kinder freuen.
Zuerst die Betten, dann der Boden
Die Betten nehmen den meisten Platz ein, also entscheiden Sie zuerst über sie. Zwei Einzelbetten an gegenüberliegenden Wänden geben jedem Kind ein klares eigenes Revier und lassen dazwischen einen großzügigen Streifen Boden zum Spielen frei. Über Eck gestellt, die Kopfenden in einer Ecke, laden sie zu späten Gesprächen ein und lassen doch jedem Kind seinen Bereich.
In einem kleineren Zimmer gewinnen Sie mit einem die meiste Bodenfläche, und die ist kostbar: Platz für einen Teppich, eine Höhle aus Kissen, eine weitläufige Stadt aus Holzbauklötzen. Welche Aufteilung Sie auch wählen, lassen Sie einen freien Weg von der Tür zu jedem Bett, damit Sie nachts beide Kinder erreichen, ohne über eine halb aufgebaute Eisenbahn zu steigen.
Das Etagenbett, von Anfang an sicher
Für viele Kinder ist das obere Bett der aufregendste Platz im ganzen Haus, eine Kajüte mit Blick über das Zimmer. Es ist zugleich der Platz, der am meisten Überlegung verlangt. Gängige Sicherheitsempfehlungen, etwa die der US-amerikanischen Consumer Product Safety Commission, besagen, dass Kinder unter sechs Jahren nicht im oberen Bett eines Etagenbetts schlafen sollten. Ist eines der Geschwister jünger, gehört ihm das untere Bett. Sind es beide, sind zwei Betten auf Bodenhöhe vorerst die bessere Wahl.
Das obere Bett sollte auf beiden Seiten eine und eine sichere Leiter haben. In Europa legt die Norm die Sicherheitsanforderungen an Etagenbetten und Hochbetten für den Wohnbereich fest, es lohnt sich also, bei der Auswahl darauf zu achten. Halten Sie den Bereich um die Leiter frei, prüfen Sie die Verbindungen von Zeit zu Zeit und vereinbaren Sie ein paar einfache Hausregeln: immer nur ein Kind auf der Leiter, und oben wird geschlafen und gelesen, nicht gesprungen.
Eine eigene Ecke für jedes Kind
Ein Zimmer zu teilen gelingt am besten, wenn jedes Kind auch etwas hat, das ganz ihm gehört. Viel muss es nicht sein: ein eigenes Regalbrett, eine Schublade, ein Haken und eine Nachttischlampe genügen oft, auch wenn der Rest des Zimmers geteilt wird. Auf dieses Regalbrett kommen die Schätze, die Muscheln vom Sommerstrand, ein Lieblingsbuch, eine Zeichnung, die niemand sonst anfassen darf.
Lassen Sie jedes Kind die Farbe seiner Bettwäsche, seines Kissens oder seines Lampenschirms selbst wählen. Vor Wänden in einem warmen, hellen Ton wie gebrochenem Weiß, Sand oder einem zarten Apricot wirkt ein Bett in sonnigem Gelb neben einem in Meeresblau fröhlich statt unruhig. Wer hereinkommt, sieht sofort, dass hier zwei verschiedene Menschen wohnen und beide zu Hause sind.
Wünschen sich die Kinder eine deutlichere Trennung, kann ein niedriges, offenes Bücherregal oder ein Vorhang den Raum sanft teilen. Ein Bücherregal, das als dient, muss an der Wand oder am Boden befestigt werden, ebenso wie alle hohen Möbel im Kinderzimmer, Kleiderschränke und Kommoden eingeschlossen.
Licht für zwei Schlafenszeiten
Geschwister unterschiedlichen Alters brauchen selten gleich viel Schlaf. Die American Academy of Sleep Medicine empfahl 2016 für Kinder von drei bis fünf Jahren 10 bis 13 Stunden Schlaf pro 24 Stunden einschließlich Tagschlaf, für Kinder von sechs bis zwölf Jahren 9 bis 12 Stunden. Oft geht deshalb das jüngere Kind zuerst ins Bett, während das ältere noch lesen möchte.
Kinder, die zu unterschiedlichen Zeiten schlafen gehen, können sich ein Zimmer teilen, wenn das Licht durchdacht ist. Mit einem dimmbaren Deckenlicht regeln Sie den ganzen Raum zur Schlafenszeit sanft herunter. Eine gerichtete Leselampe für das ältere Kind wirft einen kleinen Lichtkreis auf die Buchseite statt quer durch das Zimmer. Ein hält lange Sommerabende und frühe Morgenstunden dämmrig, sodass das jüngere Kind einschlafen kann, während es draußen noch hell ist.
Tagsüber darf das Licht hereinströmen. Weit geöffnete Vorhänge, helle Wände und eine freie Fensterbank lassen ein geteiltes Zimmer größer und heller wirken, und der Morgen beginnt mit Sonnenschein statt mit der Suche nach Socken im Dunkeln. Bei Fragen zum Schlaf Ihrer Kinder sind Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt die richtigen Ansprechpartner.
Stauraum und kleine Rituale
Gemeinsamer Stauraum bleibt ordentlich, wenn alles einen selbstverständlichen Platz hat. Offene Körbe in niedrigen Regalen, Schubladen unter den Betten und Haken in Kinderhöhe erlauben beiden Kindern, ihre Sachen selbst wegzuräumen. Etiketten mit einfachen Bildern helfen Kindern, die noch nicht lesen können.
Ein Zimmer zu teilen gelingt am besten, wenn jedes Kind auch etwas hat, das ganz ihm gehört.
Zu einem glücklichen Zimmer wird ein geteiltes Zimmer am Ende durch kleine Rituale, die dem Teilen seinen Rhythmus geben:
- Eine Gutenachtgeschichte für beide, bei der die Kinder abwechselnd das Buch aussuchen.
- Ein Gutenachtsatz, der nur in diesem Zimmer gilt.
- Vor dem Schlafengehen gemeinsam kurz aufräumen, am liebsten mit Musik.
- Ein leises Zeichen, etwa das Ausschalten des großen Lichts, nach dem die Stimmen leiser werden.
Geschwister, die sich ein Zimmer teilen, streiten manchmal über das Licht, die Lautstärke oder die Frage, wer an der Reihe ist. Sie bauen aber auch Höhlen, erfinden Spiele und schlafen mitten im Satz ein, nur ein Bett voneinander entfernt. Ein sorgfältig geplantes Zimmer gibt all dem Raum, und die Nähe, die daraus entsteht, kann noch lange anhalten, wenn beide längst eigene Zimmer haben.
Glossar
- Etagenbett
- Zwei übereinander angeordnete Betten in einem Gestell, die über eine Leiter erreicht werden und Bodenfläche sparen.
- Absturzsicherung
- Ein Schutzgitter an der Seite eines erhöhten Betts, das verhindert, dass ein schlafendes Kind herausrollt.
- EN 747
- Die europäische Norm, die Sicherheitsanforderungen an Etagenbetten und Hochbetten für den Wohnbereich festlegt.
- Raumteiler
- Ein Möbelstück oder Vorhang, der einen Teil des Zimmers vom anderen trennt; ein Bücherregal als Raumteiler muss befestigt werden.
- Verdunkelungsvorhang
- Ein Vorhang aus lichtdichtem oder lichtdicht gefüttertem Stoff, der das meiste Tageslicht abhält, hilfreich, wenn ein Kind vor Einbruch der Dunkelheit schlafen geht.
Fragen und Antworten
Ab welchem Alter darf ein Kind im oberen Bett eines Etagenbetts schlafen?
Gängige Sicherheitsempfehlungen, etwa die der US Consumer Product Safety Commission, besagen, dass Kinder unter sechs Jahren nicht im oberen Bett eines Etagenbetts schlafen sollten. Das obere Bett sollte auf beiden Seiten eine Absturzsicherung und eine sichere Leiter haben. In Europa legt die Norm EN 747 die Sicherheitsanforderungen an Etagenbetten und Hochbetten für den Wohnbereich fest. Sind beide Kinder jünger als sechs, sind zwei Betten auf Bodenhöhe vorerst die bessere Wahl.
Können Geschwister mit unterschiedlichen Schlafenszeiten ein Zimmer teilen?
Ja, wenn das Licht durchdacht ist. Mit einem dimmbaren Deckenlicht regeln Sie den Raum sanft herunter, eine gerichtete Leselampe gibt dem älteren Kind Licht zum Lesen, ohne das ganze Zimmer zu erhellen, und Verdunkelungsvorhänge halten es an langen Sommerabenden dämmrig. Unterschiedliche Schlafenszeiten sind ganz natürlich: Die American Academy of Sleep Medicine empfiehlt Kindern von drei bis fünf Jahren mehr Schlaf als Kindern von sechs bis zwölf Jahren.
Wie bekommt jedes Kind in einem geteilten Zimmer etwas Privatsphäre?
Geben Sie jedem Kind einen kleinen eigenen Bereich, etwa ein Regalbrett, eine Schublade, einen Haken und eine Nachttischlampe. Darf jedes Kind die Farbe seiner Bettwäsche oder seines Kissens selbst wählen, fühlt sich seine Seite persönlich an. Für eine deutlichere Trennung kann ein niedriges Regal oder ein Vorhang den Raum teilen, ein Bücherregal als Raumteiler muss aber an der Wand oder am Boden befestigt werden.


